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Ambulante Rehabilitation für Mütter
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Seit Herbst 2007 wird im Rahmen der ambulan-
ten Rehabilitation eine Behandlungsgruppe für
Mütter angeboten, die in inhaltlicher und zeit-
licher Ausgestaltung auf diese besondere
Personengruppe zugeschnitten ist.
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Der Bedarf wurde schon seit längerer Zeit in der Beratung festgestellt,
wenn für junge Mütter, die grundsätzlich für eine Therapie motiviert
waren, kein passendes Behandlungsangebot gefunden werden konnte,
weil eine stationäre Aufnahme nicht notwendig oder nicht möglich war
und ambulante Therapiegruppen zu Uhrzeiten angeboten wurden, die
für Mütter nicht in Frage kommen, z. B. wenn Kinder ins Bett zu brin-
gen sind. Warum sehen wir (junge) Mütter als Klientinnengruppe an,
die unsere besondere Aufmerksamkeit braucht?
Als Mütter (insbesondere von Kleinkindern) mit Alkoholproblemen
- haben sie große Schuldgefühle, die sie durch Rückzug und weiteres
Trinken kompensieren
- fühlen sie sich stigmatisiert und werden es auch häufig
- werden sie weder ihren eigenen Erwartungen noch denen der Umwelt hinsichtlich der Erziehungsaufgabe gerecht
- sind sie gerade durch den Wunsch, für die Kinder da zu sein, gut für Veränderung und eine Therapie motivierbar
- stehen sie aus Gründen des Kinderschutzes häufig in Kontakt mit Behörden (Bezirkssozialarbeit), der teilweise als hilfreich erlebt wird, aber auch als Kontrolle, die Widerstände weckt.
Den Müttern eine Unterstützung bei der Überwindung der Sucht-
probleme zu geben bedeutet auch aktiven Einsatz für das Kindes-
wohl und letztlich Prävention. Wir erfahren aus den Lebensgeschich-
ten Häufungen von traumatisierenden Erfahrungen, Vernachlässigung,
fehlender oder geringer Bindungserfahrung, Gewalt in Beziehungen,
Sucht in Herkunftsfamilie und/oder Partnerschaft, Comorbidität mit
Depression und Angsterkrankung.
In der homogenen Behandlungsgruppe für Mütter können die
Teilnehmerinnen schnell über Gemeinsamkeiten Kontakt finden
und sich öffnen. Die Begegnung hier bedeutet oft einen ersten Schritt
aus der Isolation. Die Schuldgefühle wegen des Trinkens können offen
angesprochen werden und mit zunehmender Abstinenz einem wach-
senden Selbstvertrauen weichen. die Mutterrolle wird ebenso reflek-
tiert, wie die frauenspezifische Suchtentwicklung und –bewältigung.
Die soziale Integration kann verbessert werden und die Erziehungs-
kompetenz wird gesteigert. Durch das Angebot der Kinderbetreuung
während der Gruppensitzungen und von fachlicher Anleitung sind kon-
krete Rückmeldungen über die Mutter-Kind-Beziehung möglich. Die
Frauen unterstützen sich gegenseitig engagiert in der Alltagsbewälti-
gung. Soziale Kompetenz, Umgang mit Gefühlen und Aktivierung eige-
ner Ressourcen sind weitere wichtige Themen im Verlauf. Wir stellen
fest, dass ein hoher Bedarf an Einzeltherapie zur biografischen Aufar-
beitung und sowohl für Krisenbewältigung als auch Rückfallprophylaxe besteht.
Ein hoher Anteil der Teilnehmerinnen kommt mit Auflagen in die Thera-
pie, so dass wir in und mit dem Spannungsfeld der Ambivalenz, dem
Wunsch nach Verbesserung der Lebensbedingungen und einem oft
idealisierten Anspruch an die Mutterrolle einerseits und dem Wider-
stand gegen eine Zwangssituation andererseits zu arbeiten haben.
Wünschenswert wäre es, mehr Mütter mit Alkoholgefährdung oder
Abhängigkeit zu einem früheren Zeitpunkt zu erreichen.
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